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Meditatives Gehen / Laufen

Bewusst und achtsam 'in Bewegung'

  
 
Markante Textstellen:
1. Meditatives Gehen / Laufen 
2. Ziele 
3. So wird es gemacht
    Bewege dich morgens
    Beobachte dich zunächst selbst
    Aufmerksamkeit (Konzentration)
    Bewegung der Füße
    Haltung (Haltungs-Check)
4. Üben und Anwenden
5. Wirkungen und Erfolgskontrolle

 

1. Meditatives Gehen / Laufen

Meditatives Gehen unterscheidet sich äußerlich kaum vom üblichen und gewohnten Gehen. Im inneren Erleben ist der Unterschied erheblich: Die Bewegungen sind flüssiger und weicher, der Körper ist aufgerichtet ‘und’ entspannt, die Aufmerksamkeit ist konzentriert auf die Füße bzw. Fußsohlen.
Meditatives Laufen
entspricht in der Schnelligkeit etwa einem zügigen Gehen. Innerlich ist jedoch das Gefühl "Laufen" da. Es entsteht, wenn die Knie ein wenig (!) tiefer gesenkt werden und so bleiben.
Meditatives Gehen / Laufen
ist für jeden geeignet, der gehen bzw. laufen kann und daran interessiert ist, seine Lebensqualität zu verbessern.

 

2. Ziele

Meditatives Gehen / Laufen ist als Meditation in Bewegung ein Übungsweg, inneres Gleichgewicht und damit harmonische Verbindung zu finden zwischen Spannung und Entspannung, Verstand und Gefühl, Innen und Außen, Ich und Du (Partner, Umwelt). Diese Art der konzentrativen Entspannung fällt vielen leichter, als andere Meditationsformen (z.B. Zen, Sitzen und Konzentration auf den Atem). Im Meditativen Gehen / Laufen geht es nicht nur um Entspannung, sondern auch um eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität, also Alltägliches 'jetzt' mit mehr Achtsamkeit zu tun, das bewusster wahrzunehmen und dann auch zu genießen.
Es gilt: "Begleite jede Bewegung mit deinem Spüren! - Prüfe, ob dir das so gut tut! - Verbessere ständig und im Rahmen deiner momentanen Möglichkeiten!"

 

3. So wird es gemacht

Bewege dich morgens -

wenn irgend möglich - in einem Park oder im Wald, an einem Ort also, der dir angenehm ist. Die beste Zeit ist, wenn die Nacht geht und der neue Tag kommt.
Ich persönlich beginne um 7 Uhr, im Sommer manchmal auch etwas früher.
Meditatives Gehen
etwa 1 Stunde (Minimum 1/2 Stunde), Meditatives Laufen etwa 1 1/2 Stunden (Minimum 1 Stunde).
Bewege dich alleine oder zumindest schweigend, sonst ist die Konzentrationsfähigkeit reduziert.
 

Beobachte dich zunächst selbst

wie du gehst (mehr mit Betonung der Fersen oder der Ballen, der Außenkanten oder der Innenkanten, mehr schleppend, mit viel Krafteinsatz, abgehakt oder mehr fließend, mit den Füßen leicht nach außen oder nach innen usw.),

welchen Zustand dabei dein übriger Körper hat (Knie, Becken, Haltung der Wirbelsäule, Schultern, Arme, Hände, Hals und Kopf, Mund und Stirne),

wo deine Gedanken während des Gehens sind (ganz wo anders, Musik im Ohr, Bedürfnis, über irgend etwas zu reden, bei der Arbeit, bei Freunden, bei dem, was du möchtest oder über das du dich ärgerst, bei den Pflichten, die dich erwarten, bei Problemen, beim Partner usw.),

ohne zu bewerten. - So machst du es jetzt!

Wie spürst du dich dabei? Wie fühlst du dich gerade? Wie würdest du deine momentane Stimmung beschreiben?

Beginne erst jetzt, das Bisherige durch das Neue zu verändern bzw. zu ergänzen. Nur so kannst du auch am Schluss überprüfen, ob es sich gelohnt hat und wie du dich dann fühlst.
 

Die Aufmerksamkeit (Konzentration)

ist überwiegend Innen und da bei den Füssen bzw. Fußsohlen. Wenn die Gedanken abschweifen und du es bemerkst, dann die Gedanken weiterziehen lassen, wie Wolken am Himmel, und zu den Füssen zurückkehren. Niemals ärgern oder sich selbst beschimpfen!
Sind es wichtige, vielleicht auch belastende Inhalte, die im Moment nicht weggehen wollen, dann gibt es viele Möglichkeiten, wieder für inneren Frieden zu sorgen: Du kannst mit dir selbst und deinem Unbewussten z.B. eine Vereinbarung treffen: "Ich werde mir heute Abend, etwa um 18 Uhr, 1 Stunde Zeit nehmen und diese Inhalte gründlich durchdenken und klären. Ich bitte dich, mein Unbewusstes, mich zu erinnern und zu unterstützen." Nun kannst du während des Gehens / Laufens diese Gedanken loslassen und dich ganz auf das Bewegen konzentrieren. -
Eine Hilfe kann es auch sein, immer wieder den Satz "Ich leben jetzt - in diesem Augenblick!" zu wiederholen.
 

Die Bewegung der Füße

soll mehr und mehr ins Gleichgewicht kommen. Also je gleicher Energieeinsatz durch das linke und durch das rechte Bein. Gleicher Aufsetzdruck auf den Fersen und den Ballen. Gleiche Beteiligung der Außenkanten und der Innenkanten, gleicher Körperausschlag nach links und nach rechts.
Zwischen Ballen großer Zeh und Ballen kleiner Zeh verläuft die Kraftlinie der Bewegung. Gleichgültig, wie sie bisher verlaufen ist (Entenbewegung oder nach innen gerichtet), sie sollte künftig mehr und mehr ‘gerade nach vorne’ verlaufen. Das geht nur bewusst und indem der übrige Körper, vor allem Becken und Schultern losgelassen werden und in ein leichtes Schwingen hineinfinden dürfen.
Die Bewegung der Füße soll mehr und mehr zu einer gleichmäßig fließenden Welle werden.
Der folgende Satz erinnert und kann das Gehen / Laufen erleichtern: "Ich gehe / laufe weich, fließend, kraftvoll, nach vorne gerichtet und im Gleichgewicht - jetzt!"
 

Haltung (Haltungs-Check)

Die weich abrollende Fußbewegung braucht die Ergänzung durch eine optimale Körperhaltung.
Der aufgerichtete Körper soll sich, soweit das möglich ist, selbst tragen und durch Zentrierung so wenig wie möglich Energie verbrauchen. Dafür haben wir insbesondere die Wirbelsäule, die - bestmöglich aufgerichtet - Wirbel über Wirbel sich selbst trägt. Jede Abweichung aus der Senkrechten verbraucht zusätzliche Energie, weil Fehlhaltungen durch entsprechende Muskelanspannungen ausgeglichen werden müssen (trägt zu Verspannungen bei).
Im einzelnen:

Knie - beobachten: "Wie gehe ich üblicherweise - und für mich am bequemsten?" Von dieser Position aus die Knie ein wenig (3 - 5 mm / dass es als 'etwas anstrengender' spürbar ist) absenken und diese Position beibehalten.

Becken - nach vorne schieben, dann nach hinten. Mit mehreren, langsamen und sehr behutsamen Hin- und Her-Bewegungen die Mittelposition suchen, in der das Becken fast senkrecht nach unten hängt - und loslassen. Zur Kontrolle kurzfristig eine Hand hinten auf das Gesäß legen und spürend überprüfen. - Das Becken darf in der Gesamtbewegung mitschwingen.

Wirbelsäule - ist aufgerichtet - Wirbel über Wirbel - wie ein Bauklötzchenturm von Kindern. - Auch die Brustwirbelsäule. Dazu die Brust nach vorne schieben (Brust raus) und dann in den Rundrücken wechseln. Diese Bewegungen mehrmals, langsam und kleiner werdend wiederholen. Sich so allmählich an die Mitte herantasten. In der Mitte steht dann auch die Brustwirbelsäule, so gut es eben möglich ist, in der Senkrechten.

Schultern, Arme, Hände, Finger - hängen - und sind ganz weich und entspannt. Wichtig: Nichts in den Händen halten (Handschuhe, Schlüssel, Schirm usw.). Wenn es notwendig ist, dann solche Gegenstände am Körper verstauen, so dass das Gleichgewicht nicht gestört wird. Besonders wichtig auch: Arme hängen lassen - und ‘nicht’ angespannt anwinkeln (sowohl beim Gehen, als auch beim Laufen). - Auch die Schultern dürfen in der Gesamtbewegung mitschwingen.

Hals und Kopf - werden am gedachten Durchgangspunkt der Halswirbelsäule durch die Schädeldecke von einem vorgestellten, elastischen Faden leicht nach oben gezogen. Dabei geht das Kinn ein wenig in Richtung Brust. - Auch der Kopf darf in der Gesamtbewegung mitschwingen.

Mund - Der Mund ist weich so weit geöffnet (das Unterkiefer hängt dabei entspannt), dass die Zunge gut durch die Zähne ein- und ausfahren kann (Vorstellung, jemandem die Zunge herauszustrecken). Auch das Unterkiefer darf in der Gesamtbewegung mitschwingen.

Stirne - ist ganz entspannt. Sie dehnt sich in der Vorstellung von einem Ohr zum anderen, bis zur Nasenspitze und bis zur Kopfmitte - und wird damit ganz glatt und weich.

Gesicht - Das Gesicht ist weich, weit und hell. - In den Augen nistet sich das eigene Lächeln ein, das sich nach und nach in den ganzen Körper hinein ausbreitet. Spürbar!

Und nach diesem Haltungs-Check, der zwischendurch immer wiederholt werden muss, kehrt die Aufmerksamkeit sofort wieder zurück zu den Füßen bzw. zu den Fußsohlen, um dort weiter für eine fließende und weiche Bewegung zu sorgen.

  

4. Üben und Anwenden

Nur das, was täglich angewendet und damit geübt wird, wirkt und ist damit auch sofort verfügbar. - Meditatives Gehen / Laufen sollte nicht nur täglich praktiziert, sondern auch untertags bei jeder Bewegung, jeder Ortsveränderung, ja auch (im Prinzip) beim Stehen und Sitzen, beim Rad- und Autofahren usw. bewusst eingesetzt werden.
Die Erfolge können sich sehen lassen!

 

5. Wirkungen und Erfolgskontrolle

Meine knapp 20-jährige Erfahrung zeigt, dass Meditatives Gehen / Laufen unter anderem mehr Bewusstsein und Achtsamkeit, Gleichgewicht, innere und äußere Klarheit, das Erleben von mehr Intensität, das Nachlassen von Verspannungen und Schmerzen und das Auflösen oder Verbessern von Krankheitssymptomen fördert, weil so ‘spürbar’ bessere Möglichkeiten gelernt und praktiziert werden, die eigene Energie einzusetzen und mit sich selbst und der gegebenen Realität besser umzugehen. Gleichzeitig nehmen Freude und Wohl-fühlen zu - alleine, mit dem Partner und mit anderen zusammen.
Das alles und noch viel mehr ist möglich. - Doch es verlangt nicht nur das konsequente Üben und Anwenden, sondern auch immer wieder das Herausfinden: "Wie mache ich es besser?" und das ständige, sorgfältige Beobachten: "Lohnt es sich so? Wird es tatsächlich besser? Bin ich mit den Wirkungen zufrieden? Kann ich geduldig so weitermachen? Oder will ich probieren und mein Verhalten verbessern?"
Meditatives Gehen / Laufen
wirkt nicht nur entspannend auf den Körper, sondern auch harmonisierend auf Geist und Seele.

 

siehe auch:   ALLTAG / Meditatives Gehen     ALLTAG / Meditatives Laufen 

 

    

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 ©  Copyright:  Gerhard Salger,  81377 München    -     Email:  g_salger[ät]alltagalschance.de
 
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